Fandom


Streit um Asterix Asterix bei den Schweizern Die Trabantenstadt


„Es gibt mir zu viele Orgien in diesem Palast!!! Schmeißt die Gallier raus!“
Agrippus Virus


Asterix bei den Schweizern ist der sechzehnte Band der Asterix-Reihe.

Handlung

Alles beginnt damit, dass Majestix mal wieder stinksauer auf seine Schildträger ist. Er feuert sie und stellt Asterix und Obelix dafür ein, die alles andere als begeistert von ihrem neuen Job sind. Wie erwartet, wird das ganze eine Katastrophe. Die Bewohner des Dorfes lachen Tränen beim Anblick ihres Chefs mit seinen neuen Trägern.

Agrippus Virus
Zur gleichen Zeit in Condate: Im Palast des Statthalters Agrippus Virus findet eine Orgie großen Ausmaßes statt, als überraschend Quästor Claudius Incorruptus, Beauftragter aus Rom, auftaucht. Er soll die Finanzen überprüfen, weil es dem Schatzamt in Rom allmählich seltsam vorkommt, dass die Provinz Aremorica so wenig Sesterzen abwirft. Doch mithilfe einer Schale Gemüsesuppe, die Virus mit einem Pulver aus einem seiner zahlreichen Ringe vergiftet, sorgt der Statthalter dafür, dass der Quästor noch in der Nacht höllische Bauschmerzen bekommt. Nachdem ein paar römische Ärzte ihren Senf dazu gegeben haben, schickt der Quästor seinen Vertrauten zu Miraculix, dem Druiden des kleinen gallischen Dorfes.
Gaius Raffcus

Gaius Raffcus

Die Gallier reagieren sofort und reisen nach Condate. Dort untersucht Miraculix den Quästor und schickt Asterix und Obelix dann nach Helvetien um ein Edelweiß zu suchen. Miraculix kehrt mit seinem Patienten ins Dorf zurück, nachdem er die Bedingung gestellt hat, dass Incorruptus als Geisel mitkommt. Tatsächlich will Miraculix den Quästor so retten, denn im Palast des Statthalters räumt er ihm wegen der Vergiftung keine Überlebenschance ein. Der Statthalter schickt einen Boten, Gaius Raffcus,nach Helvetien, um zu verhindern, dass die Gallier Erfolg bei der Suche nach dem Edelweiß haben. 
Feistus Raclettus
Im Palast des Statthalters Feistus Raclettus in Genava (Genf) ist eine Orgie mit Fondue im Gange, als der Bote von Agrippus Virus eintrifft. Derweil geraten Asterix und Obelix in eine Grenzkontrolle. Nach kurzer Zeit haben sie die Kontrolle hinter sich gelassen. Sie biegen vom Weg ab, durch ein Kornfeld und durch einen großen See dem Lacus Lemanus (Genfersee). In der Nacht kommen sie in eine Herberge und dort bekommen sie ein Zimmer. Als die Römer dort nach ihnen suchen, versteckt der Seewirt, bei dem sie untergekommen sind, sie in der Bank des Ortes.

Am nächsten Morgen machen sich die Freunde auf den Weg in die Berge, um das Edelweiß zu suchen, verfolgt von den Römern.

In den Bergen schließen sie sich mit mehreren Helvetiern zusammen, und Asterix gibt ihnen von seinem Zaubertrank. Dann greifen die Römer an, die von den Helvetiern aufgehalten werden. 

Während die Römer mit den Helvetiern beschäftigt sind, klettern die Freunde den Berg hoch. Kurz darauf findet Asterix ein Edelweiß an der Felswand, an der sie gerade klettern. Oben auf den Berg angekommen, trennen sich Asterix und Obelix von ihren helvetischen Freunden und machen sich auf den Weg zurück nach Hause. Zuhause angekommen kann Claudius Incorruptus dank dem Edelweiß geheilt werden.

Natürlich wird das erfolgreiche Ende des Abenteuers mit einem großen Festmahl gefeiert, diesmal mit einem Römer als Gast.

Hintergrundinformationen

Der Band greift die Orgien auf, die Sinnbild für römische Dekadenz sind. Dazu gehören auch solche herrlich absurden Gerichte wie in Auerochsfett gebratene Schweinskaldaunen, die mit Honig besonders lecker sein sollen, Bärenblutwurst und gefüllte Giraffenhälse. Ebenso wenig dürfen großzügig über die Kleidung verteilte Saucenflecken und entsprechend schmierige Finger nicht fehlen.

Der Band erschien 1970, ein Jahr nach der Veröffentlichung des Politthrillers Z - Anatomie eines politischen Mordes, in dem Jean-Louis Trintignant den unbequemen und unbestechlichen Untersuchungsrichter spielt, der alles daran setzt, den Mord an einem linken Politiker ohne Rücksicht aufzuklären und dabei von der politischen Ebene, die den Mord in Auftrag gegeben hat, nach Strich und Faden behindert wird. Der unbestechliche Quästor Claudius Incorruptus ist diesem Richter erkennbar nachgestaltet, wie das Äußere der Figur sehr deutlich dem damals jungen Jean-Louis Trintignant nachgestaltet ist.

Aufgegriffen wird auch die Gier nach persönlicher Bereicherung der für ein Jahr ernannten Provinzbeamten, die nach eigener Meinung eben nur dieses eine Jahr Zeit haben, reich zu werden und dafür buchstäblich über Leichen gehen. Agrippus Virus und Feistus Raclettus sind die ersten römische Zivilisten, die als Chefs in ihren Intrigantenstadeln in Condate und Genava dargestellt werden.

Anspielungen

  • Typisch schweizerische Eigenschaften wie
    • Sauberkeit
    • persönliche Bewaffnung
    • Pünktlichkeit
    • eisernes Bankgeheimnis (das aktuell so nicht mehr gilt)
    • Neutralität der Schweiz
    • Wilhelm Tell als Nationalheld
    • Fondue als Speise und Sport
  • Unfähigkeit des Völkerbundes (und leider auch der UNO), Kriege zu verhindern oder wenigstens zu beenden. Im Palast der Stämme (klar erkennbar dem Völkerbundspalast in Genf nachgestaltet) wird geredet und geredet und geschlafen, während römische Soldaten im selben Raum Jagd auf Gallier machen, ohne dass davon auch nur Notiz genommen wird.
  • Schweizer Nationalfeiertag 1. August mit Bundesfeier auf der Rütliwiese, die sich allerdings nicht am Genfer See, sondern am Vierwaldstättersee in den Urkantonen der Schweiz befindet.
  • Schweizer Raclette: Der geschmolzene Käse wird hier in schier jeder Lebenslage verzehrt - ob als Mitternachtssnack im Banksafe, als römisch-dekadente Orgie im Statthalterpalast oder als großes Gelage während der Freiluftveranstaltung bei der Bundesfeier.

Lateinische Sprüche

  • Major e longinquo reverentia - Aus der Ferne besehen ist alles schön (Seite 23)
  • curriculum vitae - Lebenslauf (Seite 32)
  • Pax Romana - römischer Frieden (Seite 35)
  • Nunc est bibendum! - Nun muss getrunken werden! (Seite 36)

Galerie

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